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Roman eines Schicksallosen.
Empfohlen von Jessica Plaumann, Projektleiterin Emtrex Group.

Perlentaucher.de
Pressenotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2000 Weil die Hörbuch-Jury des Hessischen Rundfunks und des Börsenvereins dies zum "Hörbuch des Monats" (Juli 2000) gewählt hat, hat sich Jochen Hieber mit ihm und der Entscheidung befasst. Zunächst geht er ein auf das Schicksal des Autors und seines Buches, das in Ungarn lange nicht erscheinen konnte und in Deutschland erst in der zweiten Übersetzung erfolgreich war. Hieber bestätigt einmal mehr die Großartigkeit des Romans, die durch einen "Kunstgriff" den jungen Protagonisten zu zeichnen als einen, der mit "der Welt einverstanden" ist, obgleich sie für ihn das Konzentrationslager bedeutet das Undarstellbare des Holocaust darstellbar macht. Um so mehr kritisiert der Rezensent die "autorisierte Lesefassung", in der das Hörbuch des Romans daherkommt. Eine "schwere Sünde" nennt er, dass das erste Kapitel, das die "noch heile Welt der Budapester Juden" zeigt, weggelassen ist. Ebenso kritisiert er andere Streichungen, wie die im sechsten und siebten Kapitel und des gesamten achten Kapitels, durch die "beobachtungsgeniale Schilderungen des Lageralltags" fehlen und der Übergang zum neunten und letzten Kapitel nicht mehr nachvollziehbar werde. Selbst wenn der Autor, der hier gemeinsam mit dem "etwas zu jugendbewegt" vortragenden Ulrich Matthes den Text liest, diese Hörfassung abgesegnet hat: Jochen Hieber findet, dass eine ungekürzte Fassung "eine literarische Notwendigkeit und eine moralische obendrein" gewesen wäre.
© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: .
Kurzbeschreibung "Roman eines Schicksallosen."
Imre Kertesz ist etwas skandalöses gelungen: die Entmystifizierung von Auschwitz. Es gibt kein literarisches Werk, das derart konsequent, ohne zu deuten, ohne zu werten, der Perspektive eines staunenden Kindes treu bleibt. Wohl nie zuvor hat ein Autor seine Figur Schritt für Schritt bis an jene Grenze begleitet, wo das nackte Leben zur hemmungslosen, glücksüchtigen, obszönen Angelegenheit wird.Imre Kertesz, 1929 in Budapest geboren, wurde 1944 nach Auschwitz deportiert und 1945 in Buchenwald befreit. Er gilt seit dem späten Erfolg seines "Roman eines Schicksallosen" als einer der großen europäischen Schriftsteller. Die jahrelange Arbeit an diesem großen Roman, der 1975 in Ungarn erschien, finanzierte er durch Musicals und Unterhaltungsstücke. Er betätigte sich als Übersetzer von Freud, Nietzsche, Hofmannsthal, Canetti, Wittgenstein u.a. Nach "Roman eines Schicksallosen" und "Kaddisch für ein nicht geborenes Kind" liegt mit "Fiasko", dem Mittel- und Herzstück, die "Trilogie der Schicksallosigkeit" vollständig vor.
Klappentext "Roman eines Schicksallosen."
"Nichts ist so unmöglich, daß man es nicht auf ganz natürliche Weise durchleben würde, und auf meinem Weg, das weiß ich schon jetzt, lauert, wie eine unvermeidliche Falle, das Glück auf mich. Denn sogar dort, bei den Schornsteinen, gab es in der Pause zwischen den Qualen etwas, daß dem Glück ähnlich war. Alle fragen mich immer nur nach Übeln, den "Greueln": obgleich für mich vielleicht gerade diese Erfahrung die denkwürdigste ist. Ja, davon, vom Glück der Konzentrationslager, müßte ich ihnen erzählen, das nächste Mal, wenn sie mich fragen. Wenn sie überhaupt fragen. Und wenn ich es nicht selbst vergesse."
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: .
Autorenporträt
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Kertész, Imre ungar. Schriftsteller *9.11.1929 Budapest Roman eines Schicksallosen, 1975 Mit dem Roman eines Schicksallosen machte sich Imre Kertész einen Namen als bedeutender Schriftsteller der Gegenwart. 1944 wurde Kertész nach Auschwitz deportiert, von dort nach Buchenwald gebracht und 1945 befreit. 1948 legte er das Abitur ab und arbeitete anschließend als Journalist bei einer Tageszeitung, bis er 1951 von der kommunistischen Leitung wegen mangelnder einschlägiger Gesinnung entlassen wurde. Seit 1953 ist Kertész freier Schriftsteller; er verfasste zunächst Libretti und übersetzte deutsche literarische und philosophische Klassiker ins Ungarische. 1963 begann er die Arbeit an dem Roman eines Schicksallosen, die ihn zehn Jahre lang in beengten Verhältnissen das Leben eines Einsiedlers führen ließ. Von der literarischen Welt über Jahrzehnte nicht wahrgenommen, erfuhr seine Arbeit erst seit Ende der 1980er Jahre in Ungarn wie auch international die ihr gebührende Anerkennung. In rascher Folge erschienen weitere Prosaarbeiten sowie ein Galeerentagebuch (1992). Von der frühen Erfahrung der Lagerwelt geprägt, kreist das Werk von Kertész um die verheerende Wirkung totalitärer Systeme und die Analyse der "Hinrichtungsmaschine 20. Jahrhundert".
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