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Die Korrekturen.
Empfohlen von Jessica Plaumann, Projektleiterin Emtrex Group.

Amazon Rezension "Die Korrekturen."
Die Korrekturen beginnt mit dem Einzug einer Kältefront aus der Prärie: "Es war deutlich zu spüren: Etwas Furchtbares würde geschehen. Die Sonne tief am Himmel, ein winziges Licht, ein erkaltender Stern. Windstoß auf Windstoß der Unordnung. Die Bäume rastlos, die Temperaturen fallend, die ganze nördliche Religion der Dinge: aufs Ende gerichtet." Ebenso stürmisch wie sein Anfang wurde Jonathan Franzens Roman in den USA gefeiert. Kritiker überschlugen sich mit enthusiastischen Besprechungen; das Buch wurde mit dem National Book Award ausgezeichnet und die Tatsache, dass Franzen sich weigerte, in der Talkshow von Oprah Winfrey aufzutreten, sorgte zusätzlich für Gesprächsstoff. Seit Don DeLillos Unterwelt hat es in den USA nicht mehr so eine Aufregung um einen Roman gegeben. Auch hier zu Lande hat der Roman bereits vor seiner Übersetzung ins Deutsche viel Aufmerksamkeit erweckt. "Noch nie ist das Buch eines zuvor vollkommen unbekannten amerikanischen Autors in Deutschland so begierig erwartet worden", urteilte die Süddeutsche Zeitung. Franzen erzählt die Geschichte der Familie Lambert aus dem Mittleren Westen. Im Zentrum steht die Frage, ob es Enid Lambert gelingt, ihre drei erwachsenen Kinder für ein "letztes Weihnachten" zurück nach St. Jude zu locken. Kapitel für Kapitel lernt der Leser das Leben und vor allem die Krisen der Eltern Enid und Alfred und ihrer drei Kinder Chip, Gary und Denise kennen. Alfred, pensionierter Ingenieur, leidet an Parkinson, seine Frau Enid unter ihrem Ordnungs- und Sparwahn, aber vor allem unter ihrem Mann. Der älteste Sohn Gary, erfolgreicher Banker in Philadelphia, steckt in einer Ehekrise und leugnet mit aller Macht seine Depressionen. Chip muss wegen einer Affäre mit einer Studentin seine Stelle als Literaturdozent aufgeben. Nachdem auch sein Versuch als Drehbuchautor gescheitert ist, findet er sich in Litauen wieder, wo er in einen groß angelegten Internet-Betrug verwickelt wird. Und Denise, die jüngste Tochter, verliert ihren Job als erfolgreiche Gourmet-Köchin, weil sie sich auf eine Affäre sowohl mit ihrem Chef als auch mit dessen Frau einlässt. Es ist offensichtlich: Jeder der Lamberts ist auf seine Weise gescheitert. Dabei ist die junge Generation von ihrem Bemühen geprägt, die Lebensmodelle ihrer Eltern zu "korrigieren". Oder wie Gary es formuliert: "Sein ganzes Leben war so angelegt, dass es das Leben seines Vaters korrigierte" -- was ihm natürlich nicht gelingt. Am Ende steht doch nur die Wiederholung: die Familie als Schicksal. Der Roman bewegt sich mit enormer Leichtigkeit durch die vielschichtigen Beziehungs- und Gefühlsgeflechte der Lamberts. Ihre Sorgen, Hoffnungen, Ängste und Neurosen sind sehr menschlich dargestellt, komisch und tief traurig zugleich. Teilweise gelingen Franzen dramatische Vignetten mit Sitcom-artiger Absurdität. Schnelle Dialoge und Wechsel der Perspektive erzeugen eine szenische Dynamik, die den Leser im Strom der Erzählung mitreißt. Viele dieser Szenen haben hohen Wiedererkennungswert. Unweigerlich werden sich manchen Lesern Parallelen zur eigenen Familie aufdrängen. Aber Franzen hat mehr als die Geschichte einer Familie geschrieben. Indem er das persönliche Drama mit globalen Ereignissen verknüpft, ist ihm ein großer Gesellschaftsroman gelungen, der seine Leser so schnell nicht mehr loslässt. Großartige, intelligente Erzählliteratur! --Alexandra Plath
Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 24.06.2002 Zum Weihnachtsfest möchte Mutter Enid noch einmal die ganze Familie Lambert im amerikanischen mittleren Westen zusammenbringen, die drei Kinder mit Anhang, die längst davon sind, an die Ostküste. Das Fest findet statt und es misslingt, alles nicht sehr spektakulär. Die Stärken des Romans von Jonathan Franzen aber, so Thomas Steinfeld, liegen nicht im eher simplen Plotmotiv, sondern im Detail: in der "Anmut" , mit der der Autor die verkorksten Leben seiner Figuren schildert, im "absoluten Gehör", mit dem er die Gespräche in der Familie zu Papier bringt. Dazu bringe Franzen, auf den Spuren der großen Realisten des 19. Jahrhunderts (Steinfeld nennt Stendhal als zentrale Vergleichsgröße), "ein Universum von Wissen und Kenntnissen" in seinen Roman ein. Auch formal deutet der Rezensent das Buch als triumphale Rückkehr ins 19. Jahrhundert, als ein Werk, das im Wissen um die literarische Moderne noch einmal der große amerikanische Gesellschaftsroman sein möchte. Dass Franzen dies Unterfangen gelungen ist, daran lässt Steinfeld in seiner hymnischen Kritik keinen Zweifel. Er lobt nicht nur "Witz, Ironie und stupende Beobachtungsgabe" des Autors, er feiert das Werk auch ohne jede Scheu vor großen Worten als "Denkmal des Humanen", als "einen der größten und wichtigsten Romane der jüngsten Zeit".
© Perlentaucher Medien GmbH Buchnotiz zu : Die Zeit, 27.06.2002 Ist er wirklich so toll? fragt Ulrich Greiner in seiner Besprechung von Franzens fast schon legendärem Familienroman aus dem Mittleren Westen der USA und sagt's rundheraus: Gut ist er schon, aber "so toll auch wieder nicht". Wie einer "jener Hollywood-Filme, die man von Zeit zu Zeit ganz gern sieht", kommt es ihm vor, das Buch. Spannung: ja, Lebensnähe: ja, Weisheit und Witz: auch, eine insgesamt "hohe Professionalität" eben und dennoch: etwas fehlt, etwas ist zu viel. Zu viel, so Greiner, sei "die sprachliche Möblierung der Szenerie mit kostbaren Metaphern und sprechenden Bildern", ein Verdeutlichungszwang, der dem Leser nichts zu entdecken übrig lässt. Mangel dagegen herrscht laut Greiner in puncto Menschenliebe, wie wir sie von Updike kennen, und Mangel herrscht in puncto Transzendenz und Verzweiflung über menschliche Niedertracht, wie wir sie von Philip Roth kennen. Dass er damit die Messlatte ganz schön hoch hängt, weiß Greiner auch, und so lobt er Franzens Schilderung des "unerbittlichen Zugriffs von Alter und Krankheit" im Himmel-Hölle-Reich einer amerikanischen Familie denn auch als derart eindringlich, "dass es uns wirklich nahe geht", und attestiert dem Autor "überdurchschnittliches Sprachvermögen", analytischen Scharfblick und Sarkasmus - diese "eher europäische Tugend".
© Perlentaucher Medien GmbH Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 28.06.2002 Dirk Knipphals ist begeistert von Jonathan Franzens Roman "Die Korrekturen". Zunächst einmal sieht Knipphals darin einen Familienroman, wobei es sich freilich um das "denkbar familienfeindlichste Buch" überhaupt handelt, wie er hinzufügt, um gleich darauf zu ergänzen, dass es in diesem Subgenre zugleich das "liebevollste" Buch ist. Franzen folge dem "hippiesk anmutenden Grundsatz, dass noch das normalste Leben interessant ist, wenn man es nur gekonnt genug ausleuchtet". Das Normale zeige Franzen dabei allerdings als permanenten Ausnahmezustand und Gefühlsnotstand. Neben den mit "großer Unerschrockenheit und noch größerem Witz" geschilderten familiären Irrungen und Wirrungen, so Knipphals, rollt Franzen auch ein Panorama der neunziger Jahre vor den Augen des Lesers aus: ein "wahres Archiv" für Mode-, Ess-, Sex- und Erziehungsstile in dieser Zeit! Im Zentrum des Romans stehen für Knipphals jedoch "unangefochten" die menschlichen Beziehungen, die Franzen - so mürbe und widersprüchlich, so gefährdet und kompliziert sie auch erscheinen mögen - wie "große Kostbarkeiten behandelt, die es bis ins Letzte zu studieren gilt".
© Perlentaucher Medien GmbH Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 29.06.2002 Die Kritik ist lang, aber das Buch ist es auch und nicht wenig davon schickt Martin Krumbholz sich an nachzuerzählen. Das Personal ist überschauber, Vater Alfred - mit Alzheimer -, Mutter Enid - die die Kinder noch einmal zu Hause versammelt -, Sohn Chip - der Versager mit literarischen Ambitionen -, Tochter Denise - die Ex-Küchenchefin - und Sohn Gary - der Erfolgreiche, mit Frau und Kind: ein Familienroman. Erzählt werden "fünf Lebensgeschichten", zusammengehalten vom "Mythos" Familie, von den "Verstrickungen", aus denen deren Mitglieder nicht entkommen, zusammengefügt ist das ganze, meint der Rezensent, mit Eleganz. Kaum etwas scheint ihm überflüssig, Jonathan Franzen schreibe mit "Witz", aber ohne alle Angeberei (manchmal auch "direkt" und "bissig"), sei einem "aufgeklärten Realismus" verpflichtet, erlaube sich jedoch den einen oder anderen lässig postmodernen Schlenker. Am Individuellen sichtbar werden, so Krumbholz, Wahrheiten über Abhängigkeiten, die man nicht los wird, über Korrekturen, die nicht gelingen können. Mit einem Wort: ein überaus gelungener Roman.
© Perlentaucher Medien GmbH Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2002 "Genial" nennt Rezensent Hubert Spiegel "Korrekturen"-Autor Jonathan Franzen, denn die Lektüre seines "erstaunlichen" Buches hat ihm das Gefühl gegeben, "beschenkt und bereichert" worden zu sein. Beklemmender und anrührender sei wohl nie beschrieben worden, wie ein Mensch "sein Gedächtnis, seinen Verstand, seine Umwelt und schließlich auch sich selbst verliert". Hauptfigur Alfred erinnerte den Rezensenten an die "schrecklichen alten Männer Thomas Bernhards. Gleichzeitig brauche Franzen auch Vergleiche mit DeLillo und Gaddis nicht zu scheuen, obwohl der Rezensent Franzen einen "ausgeprägten Hang zu billigen Effekten" bescheinigt. Auf fast achthundert Seiten erzähle Franzen eine Familiengeschichte, und zwar fast in der Erzähltradition des 19. Jahrhunderts: ein panoramatischer Familienroman, den Informationen des Rezensenten zufolge von einem "agil-beweglichen allwissenden Erzähler hochkomisch und brutal, sarkastisch und zart" erzählt. Die realistische Erzählweise halte immer wieder kleine Ausflüge bereit, widme sich Themen, die mit den Figuren verknüpft seien: von Gentechnik über Aktienboom, Internetrevolution oder die Tyrannei der Political Correctness.
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Kurzbeschreibung "Die Korrekturen."
Dieser Familienroman, in Amerika als Sensation gefeiert und millionenfach verkauft, ist eine Fundgrube an Geschichten. Jonathan Franzen erzählt in seinem witzigen und zugleich traurigen, geradezu süchtig machenden Gesellschaftsroman von den Bemühungen einer neuen Generation, die Lebensmodelle ihrer Eltern zu korrigieren. Er hat damit ein Werk der Weltliteratur geschaffen, das seiner Menschlichkeit, vor allem aber seiner literarischen Reichtümer wegen aus unseren Regalen bald nicht mehr wegzudenken ist.
Über den Autor von "Die Korrekturen."
Jonathan Franzen, geboren 1959, wuchs in Missouri auf. Er studierte in den USA und in Deutschland. Nach seinen ersten beiden Romanen wurde Franzen vom New Yorker auf die Liste der wichtigsten Schriftsteller des 21. Jahrhunderts gesetzt. Für seinen neuen Roman The Corrections erhielt Franzen den National Book Award. Franzen schreibt für den New Yorker und Harpers Magazin. Er lebt in New York.
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