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Die falsche Fährte.

Empfohlen von Jessica Plaumann, Projektleiterin Emtrex Group.

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Amazon Rezension "Die falsche Fährte."
Kommissar Kurt Wallander wird unfreiwillig Zeuge der Selbstverbrennung eines jungen Mädchens. Wenig später geschieht der erste einer Reihe von Morden, die allesamt mit fürchterlicher Grausamkeit verübt werden und darin gipfeln, daß der Täter jedes seiner Opfer des Skalps beraubt. Verbindungen zwischen den Ermordeten scheinen die einzigen Schlüssel zur Lösung der Mordserie zu sein. Niemand kommt auf die Idee, Zusammenhänge an ganz anderer Stelle zu suchen. Henning Mankell ist in seiner schwedischen Heimat innerhalb der Literaturszene längst ein Star. Bereits 1991 erhielt er dort den wichtigsten Krimipreis. In Deutschland gelang ihm zunächst weder mit seinen Kriminalromanen noch mit den ebenfalls prämiierten Kinderbüchern der große Durchbruch. Die Wende gelang mit Die fünfte Frau, die sich bis dato über 200.000 mal verkauft hat. Was zeichnet seinen grüblerischen Polizisten vor anderen aus? Der Autor gestattet Wallander ein Privatleben, das sich im Grunde wenig von dem des Durchschnitts- lesers unterscheidet. Auf der anderen Seite hat ihn Mankell nicht mit einem Zuviel an Privatsphäre ausgestattet, auch langweilt er nicht mit übermenschlichen Eigenschaften. Wallanders Arbeitsweise ist die eines Tüftlers, der jedem Detail nach -- und auf den Grund geht. Ihm fallen die Lösungen nicht in den Schoß. Dennoch ist er ist kein primus inter pares, sondern eindeutig respektierter Chef im Team. Zusammenhang heißt das Zauberwort für Wallander in dieser verzwickten Mordserie. Gelingt es, die Verbindung der Opfer untereinander zu entschlüsseln, hat man den Fall gelöst, denkt er. Damit begibt er sich zielstrebig in eine Sackgasse! Der Leser wird zum Mitwisser der mörderischen Pläne des Täters, ohne dessen Motive im Detail zu kennen. Er verfolgt das akribische Puzzlespiel der Polizei und des zu Rate gezogenen Psychologen, sieht ihre Irrtümer, sieht auch, wie sie der Lösung näherkommen. Henning Mankell ist in der Lage, aus diesen Perspektiven genau das Unbehagen und die atmosphärische Spannung zu entwickeln, durch die sich große Kriminalromane auszeichnen. --Ulrich Deurer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: .

Neue Zürcher Zeitung
Die Lust am Mord Neue schwedische Kriminalromane Kriminalromane aus Skandinavien erleben zurzeit eine Hochkonjunktur. Schon seit Monaten stehen jene von Henning Mankell um Kommissar Wallander auf deutschen und schweizerischen Bestsellerlisten, und es scheint, als hätten sie einer ganzen Reihe von dänischen, norwegischen und schwedischen Mordgeschichten Bahn gebrochen – bis hin zur Neuauflage von Kerstin Ekmans Kriminalromanen aus den sechziger Jahren. Der 1948 in Mittelschweden geborene, heute in Moçambique lebende Henning Mankell erzielte mit dem 1998 bei Zsolnay veröffentlichten Roman «Die fünfte Frau» erstmals Rekordauflagen. Im Jahr darauf folgte «Die falsche Fährte», und jetzt liegt «Mittsommermord» in deutscher Übersetzung vor. In «Die fünfte Frau» müssen drei Männer für ihre Gewalttätigkeit gegen Frauen büssen, in «Die falsche Fährte» wird ein Serienmörder gejagt, der als Indianer verkleidet seine Opfer skalpiert, und in «Mittsommermord» gilt es das Verbrechen an Svedberg aufzuklären, einem Polizisten aus Kommissar Wallanders eigenem Team. Kommissar Wallander Mankells Kriminalromane sind jeweils nach demselben Prinzip konstruiert. Den Auftakt bildet eine Szene, die Appetit wecken soll und vom Handlungsgefüge scheinbar losgelöst ist. Denn was kann beispielsweise in «Die falsche Fährte» ein acht Monate altes Waisenmädchen in der Dominikanischen Republik mit den Morden an einem pensionierten Justizminister, einem Kunsthändler, einem Hehler und einem Spekulanten in Südschweden zu tun haben? Welche Verbindung besteht in «Mittsommermord» zwischen drei jungen Menschen, die mit Liedern des schwedischen Barockdichters Carl Michael Bellman Mittsommer feiern, und dem erschossenen Svedberg? Ist der Leser geködert, so beginnt eine Geschichte, die ganz dem klassischen Erzählmuster folgt: Die Hauptfiguren werden vorgestellt, Angaben zu Ort, Zeit, Milieu werden vermittelt, dann folgt ein Konflikt – etwa ein Mord –, der die Handlung auslöst, Verwicklungen und Komplikationen treiben das Geschehen voran bis zu einem Höhepunkt oder einer Krise, und schliesslich wird der Fall gelöst. Die Lust an Geschichten als ein urmenschliches Bedürfnis sei es, die den Kriminalroman mit seiner klaren Erzählstruktur zu einer derart beliebten Gattung mache, meint der englische Literaturwissenschafter Peter Brooks. Daran mag es liegen, dass die Leser über unwahrscheinliche Situationen und konstruierte psychologische Beweggründe der Mörder grosszügig hinwegsehen. Damit lässt sich auch erklären, dass vor allem in neueren Kriminalromanen dem Privatleben des Detektivs mindestens so viel Raum zugestanden wird wie der eigentlichen kriminalistischen Handlung. Mankell ist ein guter Erzähler. Zwar ist keiner seiner Mörder als Mensch von Fleisch und Blut vorstellbar, und sein Ermittler braucht unwahrscheinlich wenig Schlaf, aber er vermag die Spannung über fünf-, sechshundert Seiten ohne weiteres aufrechtzuerhalten, und die Ruhe des ländlichen Milieus, in der die – überaus brutalen – Morde für Aufregung sorgen, ist ebenso spürbar wie die Hektik des polizeilichen Alltags. Die Romane werden in erster Linie von der Hauptfigur Kurt Wallander getragen, einem Kommissar, der sowohl durch seine Alltäglichkeit als auch durch seine Erfahrung besticht. Er ist um die fünfzig, Opernliebhaber, geschieden; dank langjähriger Erfahrung erkennt er, wann jemand lügt, er bemerkt jedes Zögern im Gespräch, und er spürt einem Eindruck, der in seinem Gedächtnis haften bleibt, bis zum Ursprung nach. Wallanders Engagement für den Beruf hinterlässt Spuren: Vor einigen Jahren traten Symptome eines Herzinfarkts auf, und in «Mittsommermord» erkrankt er an Diabetes. Wallander löst seine Fälle nicht mit übermenschlichen Fähigkeiten, sondern mit harter Arbeit, und er geht gesundheitliche Risiken ein, aber keine Angst – Mankell wird seinen einträglichen Helden zweifellos weiterleben lassen und versuchen, den Charakterzügen seiner Figur im nächsten Bestseller noch mehr Tiefenschärfe zu verleihen. Während Mankell seinen Lesern die liebliche Landschaft Schonens mit wenigen Andeutungen in Erinnerung ruft, verzichtet der 1950 geborene Håkan Nesser in seinen Kriminalromanen auf eine realistische Milieubeschreibung. «Das grobmaschige Netz» (1999) – ein Band der angeblich auf zehn Bände angelegten Serie – spielt etwas überraschend nicht in Schweden, sondern in der fiktiven, zusammen mit anderen Ortsnamen die Niederlande evozierenden Stadt Maardam. Aber Ortsnamen allein reichen nicht aus, um eine dichte Atmosphäre zu erzeugen, und auch die mit dem Namen seines Detektivs, Van Veeteren, angestrebte Vertiefung des Hintergrunds – allem Anschein nach ein Zusammenzug der Namen Janwillem van de Wetering, niederländischer Autor von international bekannten Thrillern, und Van der Valk, Amsterdamer Kommissar in Nicolas Freelings Erfolgsromanen – verlässt sich zu sehr auf die Assoziationen der Leser. Abgesehen davon ist Nesser ein ganz passabler Handwerker. In «Das grobmaschige Netz» geht es um einen Mann, der seine Frau eines Morgens tot im Badezimmer findet und trotz völligem Gedächtnisverlust glaubwürdig versichert, dass er sie nicht ermordet habe. Nessers Romane sind gut konstruiert und stringent geschrieben. Er stellt das Privatleben seines Protagonisten viel weniger in den Vordergrund als Mankell, und er ist bestrebt, eine eigene Stimme zu finden, ohne Mankells Erfolgsrezept ausser acht zu lassen. Die Figuren sind mit wenigen Worten umrissen, die Dialoge wirklichkeitsnah. Nessers Kommissar Van Veeteren ist Mankells Wallander nicht unähnlich. Aus der Sicht eines Mordverdächtigen wirkt er zwar – was man verstehen kann – zutiefst unsympathisch: Sein Gesicht ist von blauen, geplatzten Äderchen überzogen, seine Miene ausdruckslos, und er kaut unentwegt an einem Zahnstocher. Doch er ist wie Wallander Liebhaber der klassischen Musik, um die fünfzig, von seiner Frau getrennt, er hat berufsbedingte gesundheitliche Probleme und verlässt sich bei seinen Nachforschungen auf seine Intuition. Aber Van Veeteren treiben nicht nur ehrenvolle Motive bei seinen Ermittlungen, er gesteht sich die Lust an der Jagd ein, und während Mankell Wallanders Fälle in gesellschaftlichen Missständen verankert, sind Nessers Romane frei von oberflächlichen sozialkritischen Prätentionen. Queen of Crime Wer nostalgische Kriminalromane mit ländlichem Milieu allen anderen vorzieht und an der spielerischen, als Puzzle angelegten Form Vergnügen findet, wird Kerstin Ekmans Romane «Die drei kleinen Meister» und «Der brennende Ofen» zu schätzen wissen. Ekman ist im deutschen Sprachraum als Autorin «seriöser» Literatur bekannt, doch ehe sie in den siebziger Jahren das Genre wechselte, galt sie als schwedische «Queen of Crime». Beide Romane, Neuauflagen aus den sechziger Jahren, aber leider nicht neu übersetzt, sind ausserordentlich stimmungsvoll – in «Die drei kleinen Meister» führt die Atmosphäre gar zum Abbruch der Ermittlungen. Das Buch spielt in Rakisjokk, hoch oben im Norden an der schwedisch-finnischen Grenze. Polizeiwachtmeister Torsson, der ursprünglich aus dem Süden stammt, wird im tiefsten Winter aufgeboten, den plötzlichen Tod des Kunstmalers Matti Olsson zu klären. Weil der Schnee die Strasse unbefahrbar macht, kämpft er sich auf Skiern durch die Finsternis, stösst auf ein paar verschlossene, bald schwedisch, bald finnisch, bald samisch sprechende Dorfbewohner und verlässt die unwirtliche Gegend ohne Ergebnis. Erst als der Maler David Malm sechs Monate später seinen Freund Matti besuchen will, kommen die Ermittlungen in Gang. «Der brennende Ofen» dagegen spielt im Bauerndorf Ärketuna, in dessen Kirche Fresken entdeckt worden sind. David Malm nimmt sich der Fresken als Restaurator an, als sich Brandgeruch über Feld und Flur legt. Zunächst brennt eine Scheune, dann ein Haus, dann der Wald. Der Pfarrer gerät unter Mordverdacht, doch welches Motiv sollte er haben? In Kerstin Ekmans Kriminalromanen wurzelt das Übel in ganz gewöhnlichen menschlichen Lastern, wie Habgier oder Eifersucht. Man spürt ihnen die Zeit an, gerade weil sie in Milieu und Handlungsgefüge dem Alltag entrückt und ohne zeitliche Fixierung sind, und auch die leichtfüssige, auf pure Unterhaltung angelegte Erzählweise unterscheidet sich von der ambitionierten Mischform beispielsweise -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: .

Kurzbeschreibung "Die falsche Fährte."
»Ich lebe in einer Welt, in der sich junge Menschen das Leben nehmen, weil sie es nicht aushalten, dachte er. Wenn ich weiter Polizist sein soll, muß ich verstehen, warum.« Der Selbstmord eines jungen Mädchens ist nur der Auftakt zu einer dramatischen Jagd nach einem Serienkiller, der in der Maske eines Indianers tötet. Wallander steht vor einer der kompliziertesten Ermittlungen seiner Laufbahn: Welche Verbindung gibt es zwischen den Opfern, einem pensionierten Justizminister, einem bekannten Kunsthändler, einem kleinen Hehler und einem Finanzhai? Warum hat der Täter sie alle auf so grausame Weise ermordet? Schon bald stellt sich heraus: Nicht nur der Mörder agiert mit erschreckender Kaltblütigkeit, sondern auch die ermordeten Männer haben entsetzliche Verbrechen begangen - ein alptraumhaftes Szenario. Und Wallander ahnt weder, welche Rolle er selbst in den rituellen Handlungen des Mörders spielt, noch welches Entsetzen ihn mit der Enthüllung von dessen Identität erwartet. Tief im Innern weiß Wallander, daß es eine Verbindung zwischen der Selbstverbrennung des jungen Mädchens und einer kranken Täterseele gibt. - Ein atemberaubendes Psychogramm unserer Gesellschaft. »Mankell schafft es, trotz der Abscheulichkeiten der Verbrechen und der moralischen Verkommenheit der Opfer den Impuls der Rachegelüste zu neutralisieren. Und statt des Schwelgens in gräßlichen Blutbädern das Verlangen des Lesers nach Erklärung zu wecken.« Ingeborg Sperl im ›Standard‹»Die Aufklärung dieses Falls hat nichts zu tun mit Aufklärung in einem weitläufigeren Sinn - sie ist voll Grauen und Finsternissen. Kurt Wallander hat recht, wenn er seufzt: ›Jetzt haben wir also die Gewißheit, von der wir alle gehofft haben, sie bliebe uns erspart.‹« Werner Burkhardt in der ›Süddeutschen Zeitung‹ Krimis bei dtv›Die falsche Fährte‹ ist in der gebundenen Ausgabe beim Zsolnay-Verlag erschienen.

Umschlagtext
Schutzumschlag: Peter-Andreas Hassiepen, München, unter Verwendung eines Ausschnitts aus dem Gemälde »Le Poeme de l'âme: le mauvais sentier« von Louis Janmot (1814-1892), Musée des Beaux-Arts de Lyon. »Ich lebe in einer Welt, in der sich junge Menschen das Leben nehmen, weil sie es nicht aushalten, dachte er. Wenn ich weiter Polizist sein soll, muß ich verstehen, warum.« So macht sich Kurt Wallander, Kriminalkommissar im schwedischen Ystad, an die Aufklärung eines neuen Falls. Gesucht wird ein Serienkiller, der in der Maske des Indianers auf den Kriegspfad geht. Bei der sogenannten »Skalpermittlung« kommt Wallander nicht nur dem Mörder auf die Spur, sondern auch einem Ring skrupelloser Verbrecher, der sich bis in die obersten Schichten der Gesellschaft zieht. Die fünfte Frau, 1998 bei Zsolnay erschienen, wurde von den Buchhändlern zum »Buch des Jahres« gewählt. Henning Mankell - für seine Romane und Kinderbücher bereits mehrfach ausgezeichnet - erhielt dafür den Deutschen Krimi Preis. »Raffiniert und behutsam, dabei ungemein spannend, entwickelt der schwedische Autor eine unverwechselbare, beklemmende Atmosphäre, die weit über das hinausgeht, was ein durchschnittlicher Krimi zu bieten hat. Mankell beschreibt nicht nur die allmähliche Annäherung an eine kranke Täterseele - er legt gleich die ganze kaputte Gesellschaft mit auf die Couch.« Der Spiegel »Ein schlichtweg atemberaubendes Buch. Ein Volltreffer ohne Schönheitsfehler!« Bremer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: .

Autorenportrait
Henning Mankell, 1948 als Sohn eines Richters in Stockholm geboren, wuchs in Härjedalen auf. Als 17-jähriger begann er am renommierten Riks-Theater in Stockholm, das Regiehandwerk zu lernen. 1972 unternahm er seine erste Afrikareise. Sieben Jahre später erschien sein erster Roman "Das Gefangenenlager, das verschwand". In den kommenden Jahren arbeitete er als Autor, Regisseur und Intendant an verschiedenen schwedischen Theatern. 1985 wurde Henning Mankell eingeladen, beim Aufbau eines Theaters in Maputo, Mosambik, zu helfen. Er begann zwischen den Kontinenten zu pendeln und entschied sich schließlich, überwiegend in Afrika zu leben. Dort ist auch der größte Teil der Wallander-Serie entstanden. Außerdem schrieb Henning Mankell Jugendbücher, von denen mehrere auch in Deutschland ausgezeichnet wurden.

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